Vergangene Woche machte die Nachricht die Runde, dass die gutmütigen Engelchen der Uefa sich zu einer neuerlichen Wohltat durchgerungen haben: Die Champions League, Europas wichtigster Klubwettbewerb, wird reformiert. Ein Schelm, wer denkt, die frommen Herrschaften hätten dabei irgendetwas anderes als die Verbesserung der Bedingungen für Mannschaften und Fans im Blick. Weshalb die Neuerungen eben auch nur drölf Millionen Spiele mehr pro Saison vorsehen.
Viele Fußballfans haben diesen neuen Modus allerdings noch nicht ganz verstanden, und ganz ehrlich: wir auch nicht. Nur so viel wissen wir: Die Champions League soll ab 2024 ungefähr so aussehen wie eine nationale Liga. Erst wollte die Uefa nach dem Modus alle gegen alle spielen lassen, doch damit hätte sie die Reform ja gleich als Super League 2.0 verkaufen können, haha. Aber dennoch: Nichts mehr mit Gruppenphase und magischer K.o.-Runde. 36 statt 32 Teams sollen teilnehmen, das sind dann doppelt so viele wie in der Bundesliga und 18 Mal so viele wie in der kleinsten Liga der Welt auf den Scilly Inseln vor der Südwestspitze Englands.
Also, wie funktioniert der Bums denn nun: Alle 36 Mannschaften spielen jeweils einmal gegen acht Gegner. Davon finden vier Partien zuhause und vier auswärts statt. Die Gegner werden klassisch über Lostöpfe gezogen, immerhin dieses Element bleibt erhalten. Die obersten acht Teams der Tabelle qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, Platz neun bis 24 spielen in in einer neuen K.-O.-Runde um die weiteren acht Achtelfinaltickets. Eine weitere Neuerung sieht vor, dass die Teams auf den Plätzen 25 bis 36 direkt ausscheiden und nicht in die Europa League absteigen. Ab dem Achtelfinale beginnt dann endlich der übliche Turniermodus, wie wir ihn aus den vergangenen Jahren kennen. ‚Ne ganze Menge Trubel also.
„Samma soll ick professioneller Schieler werden, oder wat? Fatzken da bei der Uefa, echt.“
Unbekannt
Den Spielern schmeckt das gar nicht. Mehr Belastung und so. Und die Neuerungen der Uefa ziehen in der Tat bereits weitreichende Folgen nach sich. Nach 11FREUNDE-Informationen versuchen bereits die ersten Profis, mit einem Superfood-Proteinriegel in der einen und einem Taschenrechner in der anderen Hand, auszurechnen, wie viele tausend Kalorien sie am Tag verputzen müssen, um das wieder reinzubekommen, was sie gegen die bald 120 teilnehmenden Premier-League-Klubs in der Champions League ausschütten müssen. Der durchschnittliche Kalorienbedarf eines Mannes beträgt knapp 2500 Kalorien pro Tag. Profifußballer wie Haaland nehmen 6000 kcal zu sich, und wenn man gegen solche Tiere auflaufen muss, sind das täglich in etwa ein Dutzend der goldenen Steaks, die Franck Ribéry gerne verputzt. Heißt im Umkehrschluss: Spieler wie Thomas Müller werden schon bald den ganzen Tag nur noch mit Nahrungsaufnahme beschäftigt sein und werden keine Zeit mehr haben, ihre Pferde zu züchten oder anderen Hobbys nachzugehen. Die Entmenschlichung der Profifußballer nimmt also immer groteskerer Züge an.
Doch auch andere Bereiche der Fußballbranche sind betroffen. Kameramänner haben von nun an die Aufgabe, zwei Spiele zeitgleich zu filmen. Eines vor Ort im Stadion, das andere per ferngesteuerter Kamera an einem anderen Ort. Ein Kameramann, der weder seinen Namen noch seine Herkunft auf 11FREUNDE.de lesen möchte, sagt: „Stell dir dit ma vor, Mensch. Jetzt hock ick in Dortmund, film’ da rum und muss zeitgleich kieken, dass dit Bild aus Bukarest auch jut aussieht. Samma soll ick professioneller Schieler werden, oder wat? Fatzken da bei der Uefa, echt.“ Und weil ob der Vielzahl der Spiele der Uefa langsam die Schiedsrichter ausgehen, muss der Kontintentalverband schauen, wie er die einzelnen Spiele mit Unparteiischen besetzt bekommt. Täglich erreichen uns Zuschriften, bspw. vom Schiedsrichterverband Weser-Ems, dass sich die dortigen Schiris reale Hoffnungen auf Champions-League-Einsätze machen dürfen. Christian Pfeifer, 28 Jahre jung, erzählt: „Am Samstag die Landesliga-Partie SV Bevern gegen TV Dinklage pfeifen und am Mittwoch dann Liverpool gegen die Roma? Könnte bald mein Alltag werden.“ Ob er sich darauf freue? „Naja“, sagt Pfeifer, „bislang verweigert die Uefa einen Zuschuss zu den Reisekosten. Das dafür vorgesehene Budget müsse leider für Tickets für sogenannte ‚Stadion-Vlogger‘ oder so ausgegeben werden.“
Schimmelpilze dank der Uefa
Doch damit nicht genug, denn auch die ersten Fans beschweren sich bereits. Wegen der nahezu verdoppelten Anzahl an Spielen könne man bald nicht mehr die ganze Bundesliga verfolgen, so viel Zeit und Energie frisst die Königsklasse. Einige von ihnen suchen nach 11FREUNDE-Infos schon jetzt einen Weg, um irgendwie in die USA auszuwandern. Denn dort wird es wenigstens geduldet, nach Sportereignissen auch mal Blau zu machen. Stichwort Superbowl.