Ralf von Diericke
Beachtliches Strafregister für den Stürmer des Wuppertaler SV. Bei einem Raub auf der WSV-Geschäftsstelle stand von Diericke Schmiere. Zudem gestand er, eine Spielothek bei einem Überfall um 2000 DM erleichtert zu haben. Urteil: sechs Jahre Knast. Später wurde er als Freigänger bei Union Solingen zum bislang einzigen Bundesligaprofi, der für seine Spiele aus dem Knast zugeführt wurde.
Tony Adams
1990 versuchte Adams, schwerst alkoholkrank, seinen Wagen in der Hauswand eines Rentnerpärchens einzuparken. Die Richter warfen den Nationalspieler für drei Monate ins Kittchen. Dort lobte Adams die Nervenstärke der Senioren: „Ich hatte ihnen gerade die Haustür zerlegt, aber sie fragten, ob ich einen Schluck für die Nerven gebrauchen könnte. Ich glaube, sie meinten Tee …“
Ronnie Wallwork
Ronnie Wallwork von Royal Antwerpen würgte 1999 einen Referee so ausdauernd, dass er anschließend lebenslang gesperrt wurde. 2006 attackierte ihn der Ex-Freund seiner Herzensdame mit einem Messer, und 2011 wurde er zu 15 Monaten Gefängnis verknackt, wegen des illegalen Handels mit Autoteilen. Die Polizei erwischte ihn, als er in einem gestohlenen Mazda zum Schrottplatz tuckerte.
Gavin Grant
Januar 2004. Ein Straßenkampf in Harlesden, sozialer Brennpunkt im Nordwesten Londons. Ein Schuss fällt, ein 21-Jähriger stirbt. Dringend verdächtigt wird der Nachwuchsfußballer Gavin Grant. Doch erst 2011 wird der Stürmer zu 25 Jahren Haft verurteilt. Bis dahin absolvierte der unter Mordverdacht stehende Grant 88 Profispiele für den FC Millwall, Wycombe Wanderers und Bradford City.
Erwin Kostedde
Schlimmer Verdacht: Kostedde sollte 1990 eine Spielhalle überfallen haben. Einziger Belastungszeuge: ein Mann aus einem Zigarrenladen nebenan. Trotzdem wurde Kostedde in Untersuchungshaft genommen, das Verfahren geriet zur Farce und die Anklage wurde schließlich niedergeschlagen. Kostedde desillusioniert: „Sie können zehnmal freigesprochen werden, das bleibt hängen.“
Peter Storey
Arsenals Legende Peter Storey vollzog den zweiten Bildungsweg auf der schiefen Bahn. Nach seinem Karriereende verdingte sich der Verteidiger unter anderem als Puffbesitzer, Autodieb, Importeur von exzentrischen Pornos und unbeholfener Fälscher von Goldmünzen und Banknoten. 1980 nahm ihn die Polizei wegen der Sache mit den Münzen hops. Drei Jahre Haft. Heute Taxifahrer.
Jordan Letschkow
Sein größtes Verbrechen: den armen Thomas Häßler zum Luftduell verführt und Deutschland 1994 aus dem WM-Turnier geköpft zu haben. In den Bau muss Letschkow allerdings jetzt erst. Keine späte Strafe für 1994, sondern die Buße dafür, dass er als Bürgermeister von Sliwen reihenweise Steuerbeamte geschmiert haben soll. Es drohen stolze zwei Jahre Gefängnis.
Mickey Thomas
Auch der Waliser Mickey Thomas versuchte nach dem Ende der Laufbahn, das Einkommen mit Geldfälschen aufzubessern. Das funktionierte auch ganz gut, ehe der Richter ihn zu 18 Monaten Gefängnis verurteilte. Heute ist Thomas gefragter „after-dinner speaker“. Standardgag: „So Roy Keane’s on 50 grand a week? Mind you, I was on 50 grand a week until the police found my printing machine!“
Helmut Rahn
In der Spätphase seiner Karriere sprach der Held von Bern allzu sehr dem Alkohol zu. Nicht mehr nüchtern steuerte er 1957 sein Auto in eine Baugrube. Die Trunkenheitsfahrt und die anschließende Rangelei mit den Polizisten sorgten für ein hartes Urteil: zwei Wochen Gefängnis. Im Frühjahr 1958 trat er die Strafe an und wurde zu zwei Vorbereitungsspielen auf die WM 1958 am Gefängnistor abgeholt.
Willi Kraus
Wo anfangen, wo aufhören. Bankraub, Einbrüche, Kokainhandel, Körperverletzungen, mehr als 20 Jahre seines Lebens verbrachte der 2008 verstorbene Schalker Stürmer am Ende hinter Gittern. Weggefährten blickten in einer Mischung aus Bestürzung und Erleichterung zurück. „Im Trainingslager versteckte Willi eine Pistole unter dem Kopfkissen“, erinnert sich Günter Herrmann.