Markus Jaworski, vor kurzem hatten Sie in Ihrem Kreis­klassen-Verein SV Vik­toria Königs­lutter den Welt­meister von 1966, Gordon Banks, zu Besuch. Bitte ver­raten Sie uns warum?

Markus Jaworski: Das ist eine schöne Geschichte: Ende der fünf­ziger Jahre war Gordon Banks als Soldat einer bri­ti­schen Fern­mel­de­ein­heit in Lan­ge­leben, ganz in der Nähe von Königs­lutter, sta­tio­niert. Er war damals noch ein junger Kerl, selbst im eng­li­schen Fuß­ball eigent­lich unbe­kannt. Eine Saison lang spielte er für unseren SV Vik­toria, dann war seine Zeit beim Militär beendet. 1958 bekam er seinen ersten Pro­fi­ver­trag in Eng­land, acht Jahre später führte er bekannt­lich sein Land zum Welt­meis­ter­titel und galt fortan als der beste Tor­wart seiner Gene­ra­tion!

»> Gordon Banks in der 11FREUNDE-Bil­der­ga­lerie!

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Das Beweis­foto: Ex-Vik­toria-Spieler Gordon Banks beim Shake­hands mit (von links) Markus Jaworski (PR), Peter Ellen­berger (2. Vor­sit­zender) und Markus Prenzlow (Schrift­führer). (Bild: Privat)

SV Vik­toria Königs­lutter – das Auf­fang­be­cken für kom­mende Welt­stars?

Markus Jaworski: Ach was. Heute spielen wir in der 1. Kreis­klasse und auch damals waren wir in unserer Region keine große Nummer. Unser Vor­teil war die Nähe zur bri­ti­schen Kaserne, viele eng­li­sche Sol­daten spielten bei uns im Verein. Aber Gordon Banks ist bis heute natür­lich das bekann­teste Mann­schafts­mit­glied. Vor zwei Wochen hat er uns dann einen Besuch abge­stattet – seiner Frau sei Dank.

Seiner Frau?

Markus Jaworski: Wäh­rend seiner Mili­tär­zeit lernte er seine spä­tere Frau Ursula kennen, eine wasch­echte Königs­lut­terin. Ein Groß­teil ihrer Familie wohnt noch hier. Über ver­schie­dene Kon­takte haben wir vor einigen Wochen Gordon Banks dazu ein­ge­laden, seinen alten Klub noch einmal zu besu­chen – und er war dazu gerne bereit.

Und dann hat er bei Kaffee und Kuchen über die guten alten Zeiten gespro­chen?

Markus Jaworski: Ehr­lich gesagt: Er konnte sich nicht mehr so gut an seine Spiele erin­nern. Was wir wissen: Er hat als Tor­wart und als Feld­spieler für uns gespielt. Merk­wür­di­ger­weise übri­gens vor allem in der dritten Mann­schaft… Der dama­lige Stamm­tor­wart der 1. Herren behauptet bis heute, dass Banks ein­fach nicht an ihm vor­bei­ge­kommen sei – und man soll alten Men­schen ja nicht wider­spre­chen.

Herr Jaworski, Sie werden doch sicher­lich die Chance genutzt und Gordon Banks zum Wem­bleytor 1966 befragt haben?

Markus Jaworski: Natür­lich. Zu hart wollte ich ihn aller­dings nicht anpa­cken, schließ­lich soll er 2013, wenn unser Klub 100-jäh­riges Jubi­läum feiert, als Ehren­gast ein­ge­laden werden. Aber fragen musste ich ihn ja doch.

Und, war der Ball nun über der Linie oder nicht?

Markus Jaworski: Er hat diplo­ma­tisch geschwiegen und milde gelä­chelt – das sagt doch schon alles!