Um als Rechtsverteidiger Spiele bei dieser Europameisterschaft entscheidend zu prägen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Joshua Kimmich zum Beispiel bereitet Tore vor und schreit sich selbst sowie seine Mitspieler an, immer im Wechsel, ziemlich effektiv. Thomas Meunier, Belgien, oder Connor Roberts, Wales, schießen die Tore direkt selbst, auch nicht verkehrt. Und dann gibt es noch eine ganze Riege von rechten Verteidigern, die sich vor allem auf ihre Aufgaben in der Defensive konzentrieren, die ihre Seite dicht machen, Zweikämpfe führen und gewinnen, Löcher stopfen, die löschen, wenn es brennt. Zu dieser Riege zählt auch der Schotte Stephen O’Connor, zumindest beim 0:0‑Erfolg gegen England übernahm der Abwehrspieler von Motherwell FC nämlich all die eben erwähnten Jobs. Er machte seine Seite dicht, er führte Zweikämpfe und gewann sie, er stopfte Löcher, er löschte, wenn es brannte. Eine „außergewöhnliche“ Leistung habe er abgeliefert, sagte nach dem Spiel folgerichtig sein Trainer Steve Clark, der es ja wissen muss. Allerdings hatte O’Connor, das wusste Trainer Clark zum Zeitpunkt des Interviews nicht, noch viel mehr getan, als nur verteidigt. Denn er hatte nicht nur gegrätscht und Bälle gewonnen, er hatte auch geredet. Und zwar vor allem mit seinem direkten Gegenspieler Jack Grealish.