Weih­nachts­strümpfe, Geschenke am Morgen des 25. und ein gefüllter Trut­hahn­braten am Christmas Day. Für viele Fami­lien in Eng­land gehören Bräuche wie diese zu den Fest­tagen ein­fach dazu. Doch nicht nur die Geschenke sind teuer. Auch ein gutes Dinner will erst einmal bezahlt werden – erst recht, wenn die ganze Familie ernährt werden soll.

Marcus Rash­ford kennt diese Pro­bleme nur allzu gut. Seine Mutter hatte wäh­rend seiner Kind­heit nur wenig Geld. Nicht nur für das Weih­nachts­mahl war die Familie auf die ört­liche Essens­aus­gabe ange­wiesen. Der 24-jäh­rige Spieler von Man­chester United hat diese Zeit nicht ver­gessen und enga­giert sich des­wegen schon länger gegen Kin­der­armut. Für die anste­henden Fei­er­tage hatte er nun eine wei­tere Idee.

Ein Weih­nachts­menü für zehn Pfund

Gemeinsam mit dem Koch Tom Ker­ridge ent­wi­ckelte er ein Menü mit zwei Mahl­zeiten, die so kon­zi­piert sind, dass die Zutaten für einen erschwing­li­chen Preis gekauft werden können. In kleinen Videos auf Insta­gram erklärt Ker­ridge, wie die Gerichte zube­reitet werden. Auf den Tisch kommen eine gefüllte Trut­hahn­rolle und ein Gemü­se­auf­lauf. Nur zehn Pfund, also rund zwölf Euro kosten die Zutaten für Fami­lien mit einer Health-Start-Karte. Health Start ist ein Gut­schein­system in Groß­bri­tan­nien für Frauen, die Kinder haben oder Sozi­al­leis­tungen beziehen. Aber auch ohne die Karte sollen die Zutaten nicht mehr als 13 Pfund kosten, so der Koch — und eine sechs­köp­fige Familie satt machen.

Nicht nur die Zutaten für das Essen sind preis­günstig, auch bei der Zube­rei­tung achtet Ker­ridge darauf, nur all­tags­üb­liche Küchen­uten­si­lien zu ver­wenden: Statt eines Fleisch­klop­fers benutzt der Koch eine Brat­pfanne. Auch Waagen oder Mess­be­cher sucht man ver­geb­lich. Zum Abmessen dient: ​Mein Lieb­lings­be­cher“, sagt Ker­ridge und hält ver­schmitzt einen Marcus-Rash­ford-Tasse in die Kamera.

Erin­ne­rungen an die eigene Kind­heit

Nach allem, was die Kinder in den letzten Monaten durch­ma­chen mussten, ist ein warmes Weih­nachts­essen das Min­deste, das sie ver­dienen. Ich wün­sche mir, dass sich die Fami­lien beim gemein­samen Kochen ganz beson­dere Erin­ne­rungen schaffen“, sagte Rash­ford bei der Vor­stel­lung der Kam­pagne. Das Dinner solle bedürf­tigen Men­schen helfen, ​am Weih­nachts­morgen glück­lich und voller Vor­freude auf­zu­wa­chen – ohne Sorge vor knur­renden Mägen.“