1. FC Kai­sers­lau­tern – SC Frei­burg
Kai­sers­lau­tern ent­fernt sich punk­te­mäßig langsam von den Abstiegs­rängen – nichts lieber als das dürfte Frei­burg auch wollen. Zum Glück für die Breis­gauer, dass Hertha dem FC Hansa in letzter Minute den Sieg ver­mas­selte, sonst stünde näm­lich nicht noch immer Ros­tock, son­dern Frei­burg auf Platz 18. Bekann­ter­maßen hat der SC aus­wärts noch nie viel reißen können, auch wenn sich in dieser Saison zeigt, dass auch die alte Heim­stärke flöten gegangen ist. Da könnte es dann gegen Lau­tern nur ein Glücks­treffer werden, sollte Frei­burg das Spiel tat­säch­lich nicht ver­loren gehen. Doch wir wissen auch – abge­rechnet wird am letzten Spieltag. Und bis dahin ist noch viel Zeit. Theo­re­tisch zumin­dest.

FC Bayern Mün­chen – FSV Mainz 05
Gegen Tel Aviv in der Cham­pions League drehten die Bayern so richtig auf, es ist anzu­nehmen, dass sie gegen Mainz dort anknüpfen werden, wo sie am Diens­tag­abend auf­ge­hört haben. Zumal es dem Rekord­meister, der in der ver­gan­genen Woche seinen ​Stamm­platz“ an der Tabel­len­spitze wieder ein­nahm, in der Favo­ri­ten­rolle ja sehr gut gefällt. Die Mainzer, ohnehin schon ersatz­ge­schwächt, müssen gegen Bayern wohl auch auf Chris­toph Tei­nert und Markus Dworrak ver­zichten. Aber Klopps Truppe holte schon gegen andere Teams Punkte, was auch nie­mand erwartet hätte. Viel­leicht können sie ihre Gast­geber am Sonn­abend wenigs­tens ein biss­chen ärgern.

VfL Bochum – 1. FC Nürn­berg
Wie von der einen auf die andere Saison plötz­lich so ein Absturz kommen kann, das ist der­zeit noch immer das Rätsel bei Bochum. Natür­lich, Abgänge wie Fah­ren­horst, Buckley, Freier und Hash­e­mian werden nicht so leicht weg­ge­steckt. Und es dürfte Peter Neururer ziem­lich wehtun zu sehen, wie Delron Buckley bei Bie­le­feld eine Bude nach der anderen macht und der ehe­ma­lige VfL-Hub­schrauber Hash­e­mian bei den Bayern die meiste Zeit auf der Bank ver­sauert. Aber das Leben ist ja bekannt­lich kein Wunsch­kon­zert und des­wegen muss end­lich, end­lich der Durch­bruch kommen. In der Ferne winken näm­lich schon die Freitags‑, Sonn­tags- und Mon­tags­spiele. Ach, und Nürn­berg. Die haben der Zweit­klas­sig­keit ja gerade erst den Rücken gekehrt und zur Zeit sowieso den Status einer schwer- bis unbe­re­chen­baren Mann­schaft. Ein sicheres Polster nach unten ist natür­lich etwas anderes, aber in Nürn­berg treffen sie zumin­dest. Also, Marek Mintal trifft.

Borussia Mön­chen­glad­bach – Ham­burger SV
Neuer Trainer gegen nicht mehr ganz so neuer Trainer. Für Dick Advo­caat läuft es doch gar nicht so schlecht, das letzte Spiel gegen Stutt­gart – gut, gegen die kann man ver­lieren, auch wenn so eine knappe 0:1‑Niederlage selbst­ver­ständ­lich schmerzt und Chancen zum Aus­gleich vor­handen waren. Gegen Ham­burg sollen nun Punkte her. Unge­achtet dessen, was HSV-Coach Doll in den letzten Wochen mit seiner Mann­schaft so alles gezeigt hat. Der viel und von allen Seiten geschol­tene Sergej Bar­barez hat wieder zu alter Stärke zurück­ge­funden, dazu Mit­tel­feld­mann Stefan Bein­lich, der laut Doll ​end­lich beim HSV ange­kommen ist“. Zusätz­lich haben sie an der Elbe Daniel van Buyten, der auch vorn mal mit einem Tör­chen aus­helfen kann, auch wenn es eigent­lich seine Auf­gabe ist, diese zu ver­hin­dern. Glad­bach muss sich also etwas ein­fallen lassen, um diese Ham­burger zu kna­cken.

VfL Wolfs­burg – Hertha BSC
Wie beim Ver­voll­stän­digen merk­wür­diger Zah­len­reihen könnte bezüg­lich des VfL Wolfs­burg gefragt werden: Was folgt als nächstes? Sieg, Remis oder Nie­der­lage? So recht kann noch keine Regel­mä­ßig­keit fest­ge­stellt werden, was diese Sache angeht. Kon­stant unkon­stant, ist eine Floskel, derer zu klopfen einem eigent­lich ein Klaps auf die Finger gehört. Ange­sichts der Tabel­len­si­tua­tion, die Bayern Mün­chen mit zwei Punkten Vor­sprung auf die Wolfs­burger an der Spitze auf­weist, sind die Grün-Weißen jetzt sogar darauf ange­wiesen, dass Bayern Punkte lie­gen­lässt. So kom­for­tabel wie vor Wochen wird die Situa­tion wohl vor­erst nicht mehr werden. Und mit Hertha BSC kommt dazu noch ein Gegner in die Volks­wa­gen­A­rena, der das Tore­schießen zwar nicht so sehr gepachtet hat, dafür aber das Ver­hin­dern der geg­ne­ri­schen Treffer. Und gleich­zeitig sind die Ber­liner die Remis-Könige der Liga. Eigent­lich lang­weilig, aber auch Hertha muss ja in irgend­etwas spitze sein.

FC Hansa Ros­tock – Bayer 04 Lever­kusen
Man möchte sich ja jetzt noch an der gran­diosen Leis­tung von Bayer-Keeper Hans-Jörg Butt berau­schen, als er Real Madrid gezeigt hat, was es bedeutet ein sicherer Rück­halt für sein Team zu sein. Von so vielen hoch­ge­ju­belt und gelobt könnte er auch ruhig mal ein wenig ver­legen werden. Aber das tut ja hier nichts zur Sache. Hansa startet den zweiten Anlauf zum Sieg unter dem neuen Trainer Jörg Berger und wenn sie ähn­lich gut auf­spielen wie gegen Berlin letzte Woche, dürfte Lever­kusen seine liebe Not mit den Han­se­städ­tern haben. Zumal Bayer, wir wissen es doch, als ein­ziges Team der Liga noch immer keinen Aus­wärts­sieg auf dem Konto hat.

SV Werder Bremen – Borussia Dort­mund
Der ​Wann-war-das-nochmal-Meister“ Dort­mund ist zu Gast beim amtie­renden Meister Bremen im Weser­sta­dion. Der BVB erneuert sich ja gerade, wird zahmer und will künftig mit einer Fan-Abtei­lung enger mit den Anhän­gern zusam­men­ar­beiten. Dazu wird in der Mann­schaft gerade etwas aus­sor­tiert, Tor­hüter Guil­laume Warmuz und André Bergdölmo werden wohl ihre Kün­di­gung erhalten. Nach dem 2:0‑Sieg von letzter Woche gegen Frei­burg, als alle Vor­her­seher und Sta­tis­tiker Lügen gestraft wurden, wäre ein Sieg in Bremen nicht das Schlech­teste. Der Gast­geber, der gegen Juventus Turin trotz vieler guter Chancen nur 1:1 spielte, wird das ver­hin­dern wollen. Doch dazu dürfen sie nicht so viele Mög­lich­keiten ver­geben wie am Mitt­woch. Immer wieder gern gesagt: Das Spiel hat ja nur 90 Minuten.

Han­nover 96 – VfB Stutt­gart
Stutt­gart ließ Federn im UEFA-Cup-Spiel gegen Hee­ren­veen. Aber mal ehr­lich: Das war doch nur Glück, dass die Hol­länder den Ball an Timo Hil­de­brand vorbei ins Tor bekommen haben. Gesehen haben da doch ver­mut­lich alle nichts, bei dem Nebel, der da auf­ge­zogen war. Aber was soll’s, Stutt­gart führt ja wei­terhin die Gruppe G an, auch wenn der Einzug in die k.o.-Runde noch nicht in tro­ckenen Tüchern ist. Am Sonntag geht es dann also nach Han­nover und – ja wirk­lich – mit einem Sieg kann 96 an Stutt­gart vor­bei­ziehen. In dieser Saison sind die Dimen­sionen schon etwas ver­schoben, aber gut, warum denn eigent­lich nicht. Ewald Lienen brüllte als Ersatz­trainer von Anker Gaden­stedt in der DSF-Sen­dung Kreis­klasse ja schon seine Über­gangs­schütz­linge zum Sieg. Und die waren sieg­loser Tabel­len­letzter in der 2. Kreis­klasse Süd. Und letzter in der Fair­ness­ta­belle. Da wird gegen Stutt­gart doch was drin sein.

FC Schalke 04 – Arminia Bie­le­feld
Sou­verän, sou­verän. Ralf Rang­nick kommt, über­blickt die Lage und geht mit Punkten nach Hause. Das war ja bis­lang die Regel. Bis vor zwei Wochen Hertha mal kurz der Regel eine Aus­nahme ver­passte. Jetzt kommt Bie­le­feld und die sind – auch wenn es reich­lich komisch klingt – doch gar nicht mal so unge­fähr­lich. Vom 17. April 1971 datiert der letzte Arminia-Sieg in Gel­sen­kir­chen, damals noch im Park­sta­dion. Bie­le­feld gewann mit 1:0 durch ein Tor von Gerd Rog­gen­sack in der 83. Minute. Und genau wie Hertha, die nach 34 Jahren wieder bei S04 gewannen, so könnte auch Bie­le­feld nach über 33 Jahren wieder drei Punkte nach Ost­west­falen ent­führen. Zuzu­trauen ist es dem Team von ​Top-Trainer“ Uwe Rapolder allemal.