Es waren beschämende Bilder: Als der FC Erzgebirge Aue Anfang September das Sachsen-Derby gegen den FSV Zwickau verlor und dadurch auf den letzten Tabellenplatz der Dritten Liga abstürzte, stürmten wütende Heimfans das Spielfeld und warfen Pyrotechnik in den Innenraum. FSV-Stürmer Johan Gómez wurde während eines Field-Interviews kurz nach Abpfiff sogar körperlich attackiert und musste von Ordnern und seinem Trainer Joe Enochs in Sicherheit gebracht werden. Die Szenen waren der vorläufige Tiefpunkt einer Talfahrt des FC Erzgebirge, die seit über einem Jahr anhält und auch vier Monate nach den Ausschreitungen noch nicht beendet ist. Denn vor dem Rückrundenauftakt gegen den FC Ingolstadt 04 heute Abend stehen die Veilchen weiter auf einem Abstiegsplatz und haben drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Nach 20 Jahren im bundesweiten Profifußball droht in dieser Saison der Absturz in die Regionalliga Nordost. Um das Worst-Case-Szenario zu verhindern, haben die Verantwortlichen in der Winterpause zum dritten Mal Pavel Dotchev als Trainer verpflichtet. Kann dem 57-Jährigen die Rettung gelingen?